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Grundlagen der Unternehmensleitung in Zeiten des Wandels: Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit

Wir befinden uns in Zeiten des Wandels, und der Druck für die Geschäfts- und Unternehmensleitung wird zunehmend größer. Geschäftsmodelle, die gestern noch erfolgreich waren, laufen Gefahr, morgen obsolet zu sein. Konkurrenten, die bis vor kurzem noch nicht existierten, bedrohen jetzt die Existenz des Unternehmens. Neue Technologien, veränderte Kommunikation, neue Umweltanforderungen, verändertes Käuferverhalten, Verschiebung von geopolitischen Machtverhältnissen… Der folgende Beitrag wirft einen Blick auf Unternehmensleitung und Unternehmenssteuerung, deren konkrete Aufgaben in den Zeiten des Wandels und wie sich ihr jeweiliges Vorgehen und Handeln letztendlich ändern muss.

Die Welt verändert sich schnell und radikal. Was bedeutet das für die Steuerung des Unternehmens?

Wohin man blickt, kommen überall Veränderungen auf uns zu, oft ohne offensichtliche Lösung. So oder so ähnlich stellt sich für viele Manager das Umfeld der Unternehmensleitung heute dar. Und natürlich muss damit auch automatisch die Frage gestellt werden: in einem Umfeld, welches sich permanent und unvorhersehbar verändert, wie soll da das Unternehmen gesteuert werden? Muss auch sie sich verändern? Und wie? Ist es nicht nur logisch, dass auch die hier bislang erfolgreich eingesetzten Methoden und Instrumente hinfällig sind? Muss man jetzt alles, was man in den vergangenen Jahren erfolgreich praktiziert hat, einfach über Bord werfen? Und was wird stattdessen gebraucht? Die Verunsicherung ist groß; die Zahl der „guten Ratgeber“ ebenfalls.

Die Unternehmensleitung

Die Unternehmensleitung kann man in zwei unterschiedliche Schwerpunkte unterscheiden: die Unternehmenssteuerung und die Unternehmensführung. Beide sind miteinander eng verbundene Elemente, die nur im Einklang miteinander eine erfolgreiche Leitung ermöglichen.

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Abbildung 1: Die Unternehmensführung beschäftigt sich mehr mit dem Führungs-, das heißt dem persönlichen/menschlichen Aspekt, während wir unter der Unternehmenssteuerung eher den technischen oder instrumentellen Teil der Leitungsfunktion verstehen. (Bild: © Walter Manns / TCI GmbH)

Niemand – weder Einzelne noch Organisationen – kann sich dem Einfluss der Megatrends entziehen. Deshalb ist selbstverständlich auch die Unternehmensleitung als Ganzes, in all ihren Facetten, von den angesprochenen Veränderungen und Verwerfungen der aktuellen Zeit betroffen. Zunächst soll hier jedoch näher auf die Unternehmenssteuerung eingegangen werden. Hier findet sich ein wesentlich besserer, und vor allem schnellerer Hebel, das Unternehmen beziehungsweise die Steuerung auf die Veränderungen einzustellen. Gleichwohl sei darauf hingewiesen, dass durch die enge Verflechtung von Führung und Steuerung keine wirklich nachhaltige Veränderung der Leitung erfolgreich sein kann, wenn sie sich nur auf einen Aspekt konzentriert. In weiteren Beiträgen werden auch die Elemente der Unternehmensführung unter dem Aspekt „Zeiten des Wandels“ hier ausführlich behandelt werden.

Die Unternehmenssteuerung

Die Unternehmenssteuerung zielt in erster Linie auf die direkte Beeinflussung der Performance des Unternehmens. Dabei unterscheidet man drei unterschiedliche Kernbereiche der Aktivitäten/ Handlungsfelder.

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Abbildung 2: Ganz bewusst wird hier das Feld „Strategie-Performance“ abgehoben von den beiden anderen. Damit soll deutlich gemacht werden, dass die Strategie (Entwicklung und Umsetzung) eine wesentliche Voraussetzung ist für den Erfolg auch der anderen Handlungsfelder. (Bild: © Walter Manns / TCI GmbH)

Die Strategie-Performance umfasst die:

  • Strategieentwicklung (Szenarien, Entwicklung, Kommunikation, Transparenz, Robustheit)
  • Strategieumsetzung (Priorisierung, Kaskadierung, Verantwortung, Commitment, Maßnahmen)
  • Strategiecontrolling (Messung, Kennzahlen, Frühwarnsystem, Korrekturen).

Bei der Business-Performance konzentrieren sich die Handlungsfelder auf:

  • Operationalisierung der strategischen Ziele auf die Organisation/Funktionen/Mitarbeiter
  • Schaffung optimaler Handlungsfreiräume und Organisationsklima
  • Integration alles Teilsysteme und operatives Controlling (KPIs).

Die Projekt-Performance lässt sich vor allem dadurch erheblich steigern, dass der Veränderungsproblematik, die in jedem Projekt vorhanden ist, eine wesentlich größere Aufmerksamkeit gewidmet und ein aktives Veränderungsmanagement betrieben wird.

Unternehmensleitung und -steuerung in Zeiten des Wandels: Fokus neu evaluieren

Soweit eigentlich nicht etwas umwerfend Neues: In ihren grundlegenden Elementen ändern sich Unternehmensleitung und -steuerung auch nicht wirklich. Aber: Die Schwerpunkte und Ausgestaltung der einzelnen Elemente müssen in Zeiten des Wandels deutlich und massiv anders gesetzt werden, als das in der Vergangenheit der Fall war. Hier liegt die Herausforderung der aktuellen Zeit.

Die Herausforderungen für Unternehmen in Zeiten des Wandels

Das, was wir gerade in unserer Zeit erleben, hat es so noch nie gegeben. Natürlich gab es Wandel und Transformationen auch schon in der Vergangenheit. Doch das Zusammentreffen aus

  • rapidem und unerwartetem Verlust von Bewährtem
  • der unvorstellbaren Kraft von neuen Entwicklungen
  • dem enormen Druck von vergangenen Fehlentscheidungen
  • dem Auftreten all dieser Erscheinungen in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen

ist bislang einmalig. Es ist daher sicher nicht falsch davon auszugehen, dass irgendwann in der Zukunft dieses Zeitalter (beginnend Anfang der 2000er bis vielleicht 2040-50) rückblickend einmal als das Zeitalter der großen Transformationen bezeichnet werden wird.

Doch was bedeutet das konkret für die Geschäfts- oder Unternehmensleitung? Was soll, muss, kann sie tun, um das Unternehmen durch dieses turbulente Umfeld Unternehmen trotzdem sicher und möglichst nachhaltig in die Zukunft zu steuern?

Wie das Umdenken aussehen muss

Die gute Nachricht ist: man muss jetzt nicht alles, was in der Vergangenheit richtig war und funktioniert hat, einfach so über Bord werfen. Die Grundlagen und die wesentlichen Instrumente der Unternehmensführung und -steuerung bleiben (zumindest bis auf Weiteres) die Gleichen.

Die nächste (ebenfalls gute) Nachricht: es gibt durchaus Möglichkeiten, sich auf diese turbulente Welt ein- und umzustellen. Keine „Vogel-Strauß-Strategie“, sondern ganz bewusst die vorhandenen und bewährten Instrumente und Methoden neu anwenden. Die Schwerpunkte, die Anwendungen, die Frequenz, die Betroffenen und Beteiligten müssen neu definiert und aufgestellt werden. Und man muss lernen, Bewährtes neu zu denken, zu handeln, zu entscheiden und umzusetzen.

In Zeiten des Wandels und der damit verbundenen Unsicherheit gibt es vor allem zwei wesentliche Grundsätze:

  1. Es gibt (noch) keine wirklich eindeutige Lösung und niemand kennt eine!
  2. Der größte Fehler ist Nichts zu tun und Keine Entscheidung zu treffen!

In den kommenden Beiträgen zum Thema „Unternehmensleitung in Zeiten des Wandels“ werden dann die einzelnen, konkreten Vorschläge zu allen Elementen der Unternehmensführung und -steuerung vorgestellt.

 

(Coverbild: ©  suphakit73 | stock.adobe.com)

Walter Manns