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IT-Transformation bei Bechtle: IT-Abteilung als Treiber für eine business-, service- und projektorientierte Organisation

2017 startete die IT-Abteilung beim IT-Systemhaus Bechtle eine umfassende Transformation. Das Beispiel zeigt: Auch ein IT-Unternehmen muss seine internen Strukturen und Prozesse in puncto IT auf die Anforderungen der digitalen Transformation anpassen und sie reformieren. Wie die IT-Transformation bei Bechtle von statten ging, welche Beweggründe es dafür gab, welche Methoden angewandt wurden und welche Ergebnisse Bechtle bislang erzielen konnte, fasst Wolfgang Schnober, der die Transformation unterstützte, in zwei Beiträgen auf dem TCI-Blog zusammen. Der folgende Teil eins skizziert die Ursachen, die eine Transformation der internen IT-Abteilung notwendig machten und welche Ziele sich Bechtle gesetzt hat.

Innovationen und Visionen auf die Agenda bringen

Wie viele traditionelle und in den vergangenen Jahren stark gewachsene Unternehmen stand auch die Bechtle AG vor der Herausforderung, ihre IT-Prozesse zu optimieren und das Unternehmen technologisch auf den neuesten Stand zu bringen. Themen wie Cloud Services und Datenmanagement waren in der internen IT viel zu lange vernachlässigt worden. Der Grund: Die Ressourcen waren im Tagesgeschäft gebunden, da das starke Wachstum des Unternehmens die IT in hohem Maße forderte. Innovationsmanagement blieb daher eher zurück.

Der neue CIO managt IT-Transformation intern

Innovation ist aber eine zentrale Voraussetzung für den Unternehmenserfolg in der digitalen Transformation. Schnelle technologische Entwicklungen sorgen dafür, dass disruptive Veränderungen ganze Geschäftsmodelle vom Markt verschwinden lassen. Um auch in Zukunft den Anforderungen des Marktes gewachsen zu sein, entschied sich der Vorstand für die Transformation der internen IT. Ein übergeordnetes Ziel, verbunden mit einer Vision für das gesamte Unternehmen sollte den Ausgangspunkt bilden. Um diesen Prozess zu steuern und zu unterstützen, holte die Bechtle AG einen neuen CIO, zunächst als Interimsmanager, dann fest ins Unternehmen.

IT-Abteilung als Treiber für zukunftsfähiges Geschäftsmodell

Auch für eines der größten IT-Unternehmen Deutschlands ist die digitale Transformation eine große Herausforderung. Denn digitale Transformation bedeutet weit mehr, als die Einrichtung einer digitalen Infrastruktur im Unternehmen. Diese spielt zwar eine wichtige Rolle – kann ihre Wirkung aber nur entfalten, wenn die entsprechenden kulturellen Rahmenbedingungen vorhanden sind. Diesen Wandel trieben bei Bechtle die IT-Abteilung und ihre Transformation maßgeblich voran. Im Fokus der IT-Transformation stand deshalb immer die zukunftsfähige Ausrichtung des Geschäftsmodells von Bechtle an sich.

Schlüsselstelle IT-Abteilung: Neuausrichtung der Gesamt- IT-Organisation

Im Fokus der IT-Transformation stand dabei nie nur die Zielsetzung, die IT an sich zu optimieren. Sondern das übergeordnete Leitbild einer business-, service- und projektorientierten Organisation, die in der Lage ist, das Business mit seinen Zukunftsherausforderungen zu unterstützen. Insbesondere die Innovationskraft der Bechtle AG war dabei ein wichtiges Ziel. Zu diesem Zweck stellten sich die Verantwortlichen um den CIO folgende Fragen für die IT:

  • Wer ist unser Kunde?
  • Was treibt ihn an und was sind seine Herausforderungen in der Zukunft?
  • Wie sind wir für diese Herausforderungen aufgestellt?

Kundenorientierung umsetzen

In der internen IT spielte in diesem Zusammenhang die konsequente Kundenorientierung eine wichtige Rolle. Durch diese sollte in einem agilen Prozess durch Dialog, Feedback Loops und Iterationen die Services und die Produkte weiter verbessert werden, um so die IT zum internen Treiber von Innovationen zu machen.

Im Zuge der Transformation wurde die IT-Abteilung der Bechtle AG zu einem Partner, der die Bedarfe des Business aufnimmt und diese erfüllt. Es gibt nun auch einen Bereich „Business Account Management“, der die internen Kundenbeziehungen vertritt und Tasks wie Process Consulting, Innovationsprozesse und Value Management löst. Dies zeigt, wie sich die IT-Abteilung vom Erfüller von Vorgaben zum aktiven Treiber entwickelt hat, wie Sie auch in diesem Interview nachlesen können.

Um die IT-Transformation nachhaltig und zielorientiert umzusetzen, nutzte die TCI in der Zusammenarbeit mit der Bechtle AG drei methodische Ansätze: Den Enterprise Transformation Cycle (ETC), das Business Canvas Modell und den Golden Vision Circle nach Simon Sinek. Wie diese Methoden konkret im Prozess der IT-Transformation eingesetzt wurden und welche Ergebnisse das Projekt erzielen konnte, lesen Sie in Teil 2 des Beitrages über die IT-Transformation bei der Bechtle AG.

Quelle Titelbild: © adam 121 – Fotolia.com 

Wolfgang Schnober